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Die Geschichte mit dem Herz / Über eine anstrengende Zeit für meine Familie

9. September 2017

Die Geschichte mit dem Herz sollte mit der nun sicheren Diagnose leider noch lange nicht zu Ende sein. Es folgten so anstrengende Monate in denen ich manchmal einfach nur noch für die Familie funktionierte und mehr auch nicht. Ich bekam Tabletten verschrieben, davon abgesehen das sie verdammt teuer waren, brachten diese Tabletten keine Erleichterung für mich. Sie senkten zwar meinen Puls auf 60 Schläge, aber die Nebenwirkungen waren fatal und furchtbar. Ich bekam starke Kreislaufprobleme, furchtbare Sehstörungen, die beim Auto fahren richtig gefährlich wurden, Kopfschmerzen und starkes Herzklopfen, auch in der Nacht. So wollte ich nicht weiterleben, so konnte ich auch nicht weiterleben. Ich steckte in einer grauenhaften Situation,entweder ich nehme die Tabletten und habe starke Nebenwirkungen oder mein Herz bleibt irgendwann einfach stehen.

Mein  Kardiologe riet von einer Operation ab, sie sei viel zu gefährlich und unmöglich zu schaffen. Ich glaubte ihm, denn er ist ein wirklich sehr guter Kardiologe.  Aber schnell war klar, so kann ich nicht mehr weiterleben. Der Professor überwies mich zu seinem Kollegen der im Ak St. Georg operiert und die kardiologische Abteilung dort leitet. Er ist sehr bekannt und Patienten aus  der ganzen Welt reisen zu ihm. Auch dort war ich natürlich wieder privat bzw. als Selbstzahler. Mein Herz wurde langsam zu einer wirklich teuren Angelegenheit. Die Diagnose wurde nochmal bestätigt. Op möglich? Ja …aber sie ist äußerst risikoreich und zählt zu den kompliziertesten auf dem Gebiet der Herzrytmusstörungen. Nur einmal im Jahr wird sie im Ak St. Georg durchgeführt und das bei mindestens 2500 Ablationen im Jahr!

Ablation nennt man den Eingriff der bei mir durchgeführt wurde. Es ist eigentlich kein risikoreicher Eingriff am Herzen, aber bei meiner Form von Herzrytmusstörung leider schon. Ich entschied mich trotzdem für die Operation. Letztendlich hatte ich auch keine andere Wahl. Am 30. September 2016 , sieben lange Monate nach der Grippeerkrankung, wurde ich also am Herzen operiert. Eine enorme psychische Belastung für meine Familie. Die Operation verlief ohne Komplikationen und drei Tage später wurde ich, mit einem perfekten Sportlerpuls, von 60 Schlägen entlassen.

Wir waren alle sehr erleichtert und der Professor stolz auf sein Werk. Aber nach ein paar Wochen ging es mir wieder schlecht. Ständig kippte ich um, starke Kreislaufprobleme, wieder Herzrytmusstörungen. Schnell wurde mir bewusst, dass mein Herz immer noch nicht gesund war. Es wurden wieder viele Untersuchungengemacht, 48 Stunden EKGs zählten zu meinen ständigen Begleitern. Eigentlich sah man mich nur noch verkabelt rumlaufen.

Mein Professor empfahl mir eine zweite Operation, denn die Herzrytmusstörungen waren immer noch sehr gefährlich für mein Herz. Die zweite Ablation erfolgte am 5.Dezember 2016. Dieses Mal hatte ich keine Angst vor dem Eingriff. Auch meine Familie war viel ruhiger als vor der ersten Operation. War doch auch alles gut gegangen und ohne Komplikationen verlaufen. Nun lag ich also am 5. Dezember 2016, mit noch 34 Jahren, fünf wundervollen Kindern und Familie zu Hause , sehr besorgten Mann und Mama oben auf mich wartend, zum zweiten mal im OP.

” Die Stimmung im OP war sehr gut und ich machte noch viele Scherze mit den beiden Op-Schwestern.”

Ich wurde sediert und schlief nach fünf Minuten ein. Bei einer Ablation bekommt man keine Vollnarkose. Nach langen vier Stunden wurde Frithjof sehr unruhig und fragte nach meinem Befinden. Die Schwestern gaben ihm keine richtige Antwort. Da kämpften die fünf Ärtze und Op-Schwestern bereits um mein am seidenen Faden hängendem Leben. Während der Ablation hatte mein Herz plötzlich Kammerflimmern bekommen und der Kreislauf stand still. Der Defi kam zum Einsatz, ich wurde wiederbelebt. Fortsetzung folgt…

 

 

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