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Die Geschichte mit dem Herz / Über Beziehungsprobleme und meine Wut

12. September 2017

Die Beziehung zu Frithjof veränderte sich, sie wurde kompliziert und schwierig. Wir lebten uns auseinander und jeder war in seiner eigenen Welt. Für die Kinder funktionierten wir aber sehr gut als Team. Das funktionierte immer schon gut bei uns. Sonst hätten wir wohl auch nicht fünf Kinder bekommen. Unsere Kinder hielten uns in dieser so schweren Zeit zusammen. Ich denke das sie genau wussten was mit ihren Eltern los war. Denn Kinder sind so schlaue und sensible Geschöpfte. Sie haben extrem feine Antennen für Emotionen und Gesichtsausdrücke. Ich hoffe jeden Tag auf ein “Happy End” und versuchte mich zusammenzureißen. Aber es gelang mir nicht einmal ansatzweise. Stattdessen hagelte es an Vorwürfen an meinen Mann. Ich gab ihm eine Mitschuld an meinem Zustand und ich war so furchtbar wütend auf ihn. Es war so ungerecht, alle waren wieder gesund und munter, nur mir ging es noch so furchtbar schlecht.

In dieser Zeit machte ich viele Fehler. Ich redete nicht über meine Gefühle und Emotionen, stattdessen sprudelte es nur so mit Vorwürfen aus mir heraus. Ich mochte mich so selber nicht. Aber Frithjof machte auch Fehler, er redete nicht, er blieb einfach still. So blieben wir irgendwann einfach beide still und schwiegen. Überhaupt vermisste ich in dieser Zeit die Fragen anderer an mich. Niemand fragte mich nach meinem Inneren, nur nach meinen gesundheitlichen Problemen und selbst die, wollten irgendwann, die wenigsten noch hören. Ja so war das meine Lieben. Wisst ihr was? Das war das schlimmste für mich in dieser Zeit. Ich fühlte ich unglaublich alleine.

Tief in mir wusste ich ganz genau was Frithjof so vermisste. Er vermisste die alte Isi, den Wildfang, den Haudegen, den weiblichen Macho mit der großen immer lustigen Klappe. Aber diese Isi gab es nicht mehr. Sie war längst verschwunden, eigentlich schon mit dem ersten Tag der Grippe. Schon während der schlimmen Grippe hatte ich mich verändert. Ich war nun schon ein Jahr lang krank, ein ganzes langes Jahr und es war immer noch nicht zu Ende. Noch immer quälten mich Herzrytmusstörungen und die damit verbundenen Kreislaufprobleme und Brustkorbschmerzen. Dazu kamen nun noch Schlafstörungen und natürlich das Trauma der Wiederbelebung. Es war ein furchtbarer Teufelskreis.

“Beim Autofahren hatte ich oft den Gedanken nach links oder rechts zu fahren!”

Diese Gedanken weiß noch niemand aus meiner Familie und sie waren wirklich grausam ( nun habe ich sie nicht mehr). Jeden Tag dachte ich “dieses verdammte Herz”! Jeder Tag war Quälkram für mich und bestimmt auch teilweise für meine Familie. Jedes EKG war nicht gut. Die Ärtze mittlerweile auch verzweifelt. Also entschieden wir uns für eine dritte Operation am Herzen. Die Atmosphäre auf der Station war schön und alle kannten mich natürlich mittlerweile und ich sie. Ich war gerne auf dieser Station , es war dort genauso wie in ” Club der roten Bänder”. Wir waren unter uns, alle hatten etwas mit dem Herzen. Die dritte Operation verlief erfolgreich, ohne Komplikationen, ohne einen Herzstillstand.

Doch nach zwei Tagen ging es steil bergab. Ich kam wieder in den OP und mit einem vorübergehenden Herzschrittmacher heraus. Ich hasste dieses piepsende Teil und es ging mir auch nicht besser damit. Nie wieder könnte ich mit diesem Teil in den Hansapark fahren , nur als Zuschauer. Ich hatte meinen Kindern aber versprochen in den ” Kärnan” zu steigen. Mit einem Herzschrittmacher hat man sehr viele Einschränkunge und das wollte ich mit 35 Jahren nicht haben. Nein das wollte ich auf gar keinen Fall und ich begann endlich wieder an zu kämpfen.

Ein sehr guter Freund besuchte mich im Krankenhaus und brachte eine Sekt mit ( er kennt mich halt sehr gut,hahaha)und ich entschloß den Herzschrittmacher ziehen zu lassen. Die Ärztin kam rein, mein Freund ging kurz aus dem Zimmer und zack war das Teil draußen ( kurz und schmerzhaft). Diesen Moment vergesse ich nie. Am nächsten Tag kamen die Ergebnisse von dem Herz-MRT , es ist ein ganz spezielles MRT und es wurde in Salt Lake City ausgewertet. Ja mein Herz war in dem Jahr zu einem sehr berühmten Herz geworden. Denn alle Kardiologen waren interessiert an dem Fall. Was war also los mit meinem Herzen? Fortsetzung folgt…

Alles Liebe von eurer,

Isi

 

 

 

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