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Die Geschichte mit dem Herz / Über die entgültige Diagnose und ihre Folgen

14. September 2017

Was war also los mit meinem Herzen. Die Ergebnisse waren nun endlich da und lagen schwarz auf weiß vor mir. Sie waren erschreckend und beruhigend zu gleich. Der linke Herzvorhof war durch das rasende Herz bereits vergrößert und die Herzvorhöfe vernarbt. Ich hatte durch die Grippeviren tatsächlich eine Entzündung im Herzen gehabt, aber sie wurde von den Ärzten nicht erkannt. Die Entzündung war eben nicht am Herzmuskel, sondern an den Herzvorhöfen. Diese Diagnose ist extrem selten. Natürlich ist sie das, so war es bei mir schon immer. Ich ziehe solche merkwürdigen Dinge wohl magisch an. Dieses spezielle MRT kann in Deutschland erst seit Februar 2017 machen lassen. Als ich wieder zu Hause war ging es mir wieder schlecht. Immer noch hatte ich Beschwerden. Nachts bekam ich manchmal keine Luft und tagsüber war ich immer furchtbar müde und kaputt.

Ich war sehr froh, dass meine Kinder mich meistens sehr gut von meinem Zustand ablenkten. Der Haushalt fiel mir teilweise nicht mehr so leicht, gerade das Staubsaugen und das viele Bücken machte mir große Probleme. Auf Raten aller holte ich mir eine Haushaltshilfe. Das wirklich erste mal seitdem ich Mama bin. Es fühlte sich irgendwie komisch für mich an, aber schnell merkte ich wie sehr sie mir half. Bis heute habe ich sie noch und ich bin sehr dankbar für diesen Luxus.

Die Probleme mit dem Herzen wurden einfach nicht besser und so landete ich im März 2017 das fünfte Mal im OP. Es wurde eine aufwendige Herzkatheteruntersuchung gemacht. Wieder mit einem Herzschrittmacher ( der aber noch während der OP wieder entfernt wurde). Die Ärzte erzählten mir nach der OP das sie nichts weiter mehr für mich machen können. Ich war sozusagen austherapiert.Die Beschwerden die ich noch hatte, sind die Folgen der Erkrankung. Die Ärzte erzählten, dass ich keine Angst meht haben bräuchte, es wäre nun nicht mehr gefährlich für mich und ich müsste nun damit klarkommen.

” Bis heute glaube ich ihnen leider nicht!”

Nach der letzten OP im März 2017 fühlte ich mich nur noch ausgezehrt und wie eine leere Hülle. Mein Gesicht sah blass und aufgedunsen aus. Die ganzen Medikamente hatten ihren Spuren hinterlassen. Mein Herz lief anders als früher und ständig polterte es oder klopfte stark. Damit kam ich nicht klar. Damit kam ich so gar nicht klar und das zeigte ich auch meiner Familie. Es war auch schwer für sie mit mir klarzukommen. Denn ich war ja nicht mehr so wie früher. Die Ehe mit Frithjof, die gab es zwar noch, aber  sie funktionierte eher nur noch.

Jeden Tag sehnte ich mich an den schönen Ort, mit der schönen Musik und dem wunderschönen so besonderen Licht. Auch wenn ich wusste,dass an diesem Ort keine Familie von mir sein würde. Schämende Gefühle kamen dann wieder hoch. ” Reiß dich doch endlich mal wieder zusammen, sei froh das du noch lebst” (das waren meine täglichen Gedanken). Aber dieses Licht war so extrem anziehend für mich ( wie der Ring in der Herr der Ringe).

Das Licht fasziniert mich bis heute und es wird mich mein ganzes Leben lang beeindrucken. Diese Begegnung mit dem Tod, mein Nahtoderlebnis hat mich wirklich sehr geprägt. Oft fühle ich mich wie in einem Bann.

Manchmal nehme ich sogar meinen Ehering ab ( so wie Frodo in Herr der Ringe) um diesen Bann zu brechen. Leider hat es noch nicht funktioniert. Auf jeden Fall habe ich keine Angst mehr vor dem Tod. Ihr müsst auch keine Angst vor dem Tod haben. Das verspreche ich euch! Denn es gibt definitiv ein Leben danach. Ich habe es gesehen und es war wunderschön. Aber das Leben hier auf der Erde ist auch wunderschön und hier lebt meine Familie. Ich möchte meine Kinder aufwachsen sehen und ich freue mich auf Enkelkinder. Vor ein paar Wochen wurde eine letzte Untersuchung des Herzens gemacht. Fortsetzung folgt….

Bleibt gesund,

Eure Isi

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6 Comments

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    Reply Mary 14. September 2017 at 23:18

    Deine Geschichte ist so bewegend. Ich lese Gerne, was und wie du schreibst.
    Danke dafür.
    Liebe Grüße
    Mary 🌹

    • Isi
      Reply Isi 17. September 2017 at 12:22

      Ich danke dir meine liebe Mary! So lieb von dir, ich freue mich über deine Kommentare. Ich hoffe das kommt hier noch etwas mehr in Gange!

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    Reply Sandra 16. September 2017 at 21:17

    Dem Stimme ich 100% zu.
    Aber viel schöner noch ist, dich live zu erleben. Insbesondere bei deiner Geschichte. Respekt!!! 😃😚

    • Isi
      Reply Isi 17. September 2017 at 12:21

      Hallo meine liebe Sandra! Dankeschön für deine lieben Worte! LG Isi

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    Reply Jani 5. November 2018 at 8:22

    Liebe Isi, deine Geschichte berührt mich sehr und besonders dieser Eintrag hat mir sehr geholfen. Ich habe schon seit Jahren panische Angst vor dem Tod und in letzter Zeit ist es so schlimm geworden, dass ich richtige Zwangsgedanken bekommen habe und richtig leben war nicht mehr drin. Vor 3 Monaten ist meine erste Tochter zur Welt gekommen und irgendwie hat es die Angst noch verstärkt. Ich habe unglaubliche Angst, dass man seine ganze Familie und Freunde verliert und man einfach aufhört zu existieren. Komischerweise macht mir das Leben danach auch unheimliche Angst. Wahrscheinlich weil es etwas total unbekanntes ist und es existieren super viele Spekulationen wie Reinkarnation etc… Manchmal frage ich mich auch ob Nahtoderlebnisse nur „Einbildungen“ sind…
    Aber deine Erlebnisse machen mir Mut und Du hast es so eindrücklich beschrieben, das ich mir nicht mehr vorstellen kann, dass dies nur Einbildung sein soll. Danke das Du es mir uns teilst.
    Liebe Grüße
    Jani

    • Isi
      Reply Isi 2. Dezember 2018 at 11:47

      Hallo meine liebe Jani! Danke für deine lieben Worte. Wenn man Mama geworden ist , setzt man sich automatisch mehr mit dem Thema auseinander.Es gibt definitiv ein Leben danach… es ist sogar wissenschaftlich bewiesen worden, dass es keine Einbildung der Patienten ist….

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